Legend Espresso News

Nummer Eins Sechsundzwanzig.

Wir sind zurück mit neuen legendären Updates – und diesmal gibt es wieder einiges zu erzählen.
Wir haben drei unglaubliche Meilensteine in der Entwicklung erreicht, unser Team wächst weiter und in unserem neuen Headquarter ist zwar noch viel Baustelle, aber es wird schön langsam richtig wohnlich – die Vision wird auf allen Ebenen greifbar!

Also, lasst uns direkt eintauchen in…

Legend Team

…unser legendäres Team!
Es passiert uns in letzter Zeit immer wieder, dass sich Menschen einfach aus dem Nichts bei uns melden, weil sie Legend Espresso spannend finden und gerne mitmachen würden. Bei Jannes war das so – und bei Anna jetzt auch wieder.
Anna hat uns angeschrieben, wir haben telefoniert und irgendwie war ziemlich schnell klar: Das passt.

Anna ist Industriedesignerin mit über zehn Jahren Erfahrung, hat für Legend kurzerhand ihren Job reduziert und arbeitet jetzt regelmäßig mit uns an der Maschine. Gemeinsam mit Martin geht sie noch einmal alle Details durch, die am Ende den Charakter der Legend mitprägen: Proportionen, Übergänge, Materialien, Haptik, Bedienung.

Legend Espresso Team - Anna

Grundlage für jede Entscheidung ist eine klare Designsprache, die an der Legend nichts dem Zufall überlässt. Nichts ist überflüssig. Aber jedes Detail, das tatsächlich da ist, ist mit der Akribie gestaltet und konstruiert, die es braucht, damit die Maschine genau den Anspruch an Optik, Haptik und Bediengefühl erfüllt, den wir selbst erleben wollen. Und der alle, die an oder vor der Maschine stehen, innerhalb von Sekunden fühlen lässt: Ja, genau so muss das sein.

Außerdem arbeitet Anna mit Eli S. intensiv am Frischwasserreservoir: an seiner funktionalen Integration in die Maschine und an möglichen Fertigungsmethoden.
Wir freuen uns mega, Anna jetzt im Team zu haben.

Und es fühlt sich gerade richtig gut an, wie das Ganze weiter wächst und dass wir jetzt unsere eigenen Räume haben, denn genau dadurch haben wir einfach komplett neue Möglichkeiten!
Endlich haben wir an der Maschine ein paar essenzielle Ziele erreicht, auf die wir wirklich lange hingearbeitet haben!

Meilensteine


Die Maschine ist zum ersten Mal vollständig im CAD bis ins Detail durchkonstruiert. Unser Cork-Pack existiert als erster funktionaler Prototyp – und unsere Kerntechnologie funktioniert inzwischen in einer komplett neu konzipierten Version zuverlässig, schnell und präzise.

Aber der Reihe nach…

 

Design Review

Der erste große Meilenstein: Die Maschine ist im CAD zum ersten Mal vollständig durchkonstruiert – ein Hoch auf Eli S. Es ist mega geworden!
Und zwar nicht nur außen, sondern wirklich bis ins Detail: Baugruppen, Befestigungen, Abstände, Toleranzen, Laser- und Schweißteile, Montagewege – alles.

Mit diesem Stand sind wir nach unserem internen Review noch einmal ins Design Review mit einem unserer potenziellen Hauptfertiger gegangen. Er soll perspektivisch die zentralen Laserschweißbaugruppen für die nächsten Prototypen fertigen und könnte auch für die Serie ein wichtiger Partner werden. Gemeinsam sind wir die Konstruktion auf Fertigbarkeit, mögliche Komplikationen, Toleranzen und Montage durchgegangen.

Und das Ergebnis: grünes Licht. Yesss!!!

Eigentlich sogar mehr: Er war absolut begeistert 😎
Das heißt: Die Konstruktion ist grundsätzlich fertigbar. Jetzt erstellen wir die technischen Zeichnungen, bereiten die Anfragen an die weiteren Fertiger vor – und damit rückt der Aufbau der ersten drei Maschinen endlich in greifbare Nähe!

Cork-Pack

Was soll denn „Cork Pack“ bedeuten?!

Im letzten Update haben wir euch von Jannes erzählt. Er ist zu uns ins Team gekommen, um im Rahmen seiner Technikerarbeit ein von uns skizziertes Konzept auszuarbeiten und umzusetzen: Die Legend soll später nicht nur werkzeuglos zu öffnen sein, sondern darüber hinaus fast komplett werkzeuglos gewartet und im Fall der Fälle auch repariert werden können.
Was – neben dem magnetisch arretierten Gehäuseverschluss – dahintersteckt, ist ein ziemlich ungewöhnliches Montagekonzept: Im Inneren der Legend wird keine Baugruppe dauerhaft mit der Maschine selbst oder fest mit einer anderen Baugruppe verschraubt.

Wie soll das denn gehen?!

Genau da kommt unser Cork Pack ins Spiel.
Vereinfacht gesagt teilen sich alle Baugruppen ein massives Korkfundament. Im aktuellen Prototypenstadium werden die Negativformen der einzelnen Baugruppen per CNC aus diesem Kork herausgefräst. Jedes Bauteil passt nur an einen bestimmten Ort und schlüpft formschlüssig an seinen Platz. Im Prinzip wie ein Setzkasten.

Darauf bauen für die einzelnen Bereiche – etwa Kaltwasser, Dampf oder Brühkreislauf – weitere Korkteile nach demselben Prinzip auf. Sie greifen passgenau ineinander, halten die jeweiligen Baugruppen an Ort und Stelle und führen gleichzeitig Kabel und Fluidikverbindungen so, dass diese später einfach zusammengesteckt werden können.

Legend Espresso Cork-Pack 2

Legen Cork Pack V1.0 Impressionen


Jannes hat dieses Cork Pack nicht nur vollständig entwickelt und konstruiert, sondern jetzt auch in Version 1 für die CNC programmiert und umgesetzt.
Und es ist einfach der Hammer geworden! #jannesbestermann

Kerntechnologie

Spoiler: Vorsicht – Nerd Alarm!
Die Kerntechnologie steckt im Legend-Brühkopf. Sie ermöglicht es der Maschine, bei der Brühtemperatur extrem präzise und wiederholgenau zu arbeiten – nicht nur bei einem statischen Bezug, sondern auch dann, wenn Druck und Durchfluss während der Extraktion stark verändert werden.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, dass die Legend als einzige Maschine mit Druck-, Flow- oder Temperaturprofilen arbeiten kann. Solche Funktionen gibt es bereits in sehr fortschrittlichen Maschinen – teils softwarebasiert, teils auch mit physischen Bedienelementen.

Der Unterschied liegt in der Kombination: wie unmittelbar diese Kontrolle entsteht, wie sie sich anfühlt – und dass die Brühtemperatur dabei aktiv bis zum Kaffeepuck nachgeführt wird.
Viele moderne Profiling-Maschinen arbeiten mit definierten Profilen: Kurven werden erstellt, angepasst, gespeichert und anschließend reproduzierbar abgespielt. Der oder die Barista beobachtet, analysiert und optimiert.

Die Legend verfolgt einen anderen Ansatz.
Bei ihr steht nicht das Profil im Mittelpunkt, sondern der Moment des Bezugs selbst. Der Bezug wird über einen präzise gelagerten Hebel mit äußerst wertiger Haptik gesteuert. Druck und Flowrate lassen sich während der Extraktion frei verändern – nicht als abstrakte Kurve auf einem Bildschirm, sondern als Bewegung in der Hand. Du spürst, was du tust, kannst auf das reagieren, was tatsächlich passiert: physisch, unmittelbar und mit völliger dynamischer Freiheit.

Auch die Temperatur ist kein Parameter in einem Menü. Sie wird über ein physisches Einstellrad aus gebürstetem Edelstahl gesetzt und auf dem OLED-Display direkt an der Front der Maschine auf ein Zehntelgrad genau angezeigt. Selbst während eines laufenden Bezugs kann die Zieltemperatur verändert werden. Die Maschine führt die Brühtemperatur unmittelbar aktiv nach und liefert das Wasser mit der neu eingestellten Temperatur direkt am Kaffeepuck.

Damit ist die Legend nicht einfach eine Maschine, die Profile abspielt. Sie ist ein Präzisionswerkzeug – für dynamische Kontrolle in Echtzeit.

Bei all dem war unser Anspruch aber nicht nur maximale Kontrolle. Wir wollten dieses System so konzipieren, dass es dem Anspruch eines echten Erbstücks gerecht wird: langlebig, robust und möglichst servicefreundlich.

Deshalb hat David nach unserer V2 der Brüheinheit nicht locker gelassen und die Zeit, während Eli die Maschinenstatik konstruiert hat, genutzt, um unser Funktionsprinzip noch einmal grundlegend zu überarbeiten. Das Ergebnis ist Version 3 unserer Brüheinheit – als Versuchsaufbau umgesetzt, getestet und als Proof of Concept verifiziert.

Und die Tests zeigen: Das neue System ist der Hammer. Obwohl es sich bislang um einen ersten Versuchsaufbau handelt und wir noch einiges an Spielraum zur Optimierung haben, arbeitet es bereits extrem schnell, präzise und außerordentlich resilient:

Legend Espresso - Kerntechnologie

 

Was zeigt das Diagramm oben?
In Gelb und Orange sieht man die starken Druck- und Durchflussänderungen, die David während des Tests manuell ausgelöst hat. Darunter zeigt die grüne Linie die vorgegebene Zieltemperatur, während die violette Linie die tatsächlich ausgegebene Wassertemperatur am Kaffeepuck darstellt.

Das Entscheidende: Die Temperatur bleibt trotz dieser abrupten Änderungen von Druck und Durchfluss sehr nah an der Zielvorgabe. Selbst einen Temperatursprung von 10 °C fährt das System innerhalb weniger Sekunden nach und stabilisiert sich auf dem neuen Zielwert.

Dabei ist wichtig: Das System ist in dieser Version noch nicht final optimiert. Das kurzfristige Überschwingen, das im Diagramm zu sehen ist, wird mit dem neuen Regler bereits deutlich reduziert.

Man muss sich außerdem vor Augen halten: Die massiven Veränderungen auf der Eingangsseite wurden in Echtzeit ausgelöst. Die Maschine konnte sie also nicht antizipieren, sondern musste unmittelbar reagieren. Und genau das tut sie mit beeindruckender Präzision.

Natürlich wird es auch möglich sein, ein manuell erstelltes Druck- und Temperaturprofil abzuspeichern und in der Maschine zu hinterlegen. Der entscheidende Punkt ist aber: Die Legend erlaubt, wie im unteren Diagramm zu sehen ist, von Druck und Flowrate unabhängiges Temperatur-Profiling in Echtzeit.

Legend Espresso - Kerntechnologie 2

Im zweiten Diagramm sieht man die violette Linie (Ausgabetemperatur) tatsächlich nur am Anfang des Bezugs (links). Sobald dieser gestartet wurde, bewegt sie sich unmittelbar in den Zielkorridor und bleibt dort so exakt, dass sie zwischen den grünen Linien kaum noch zu erkennen ist. Wie genau das funktioniert, können wir an dieser Stelle noch nicht verraten, weil diese Kerninnovation Bestandteil unserer laufenden Patentanmeldung ist. Aber die Tatsache, dass wir dieses System jetzt so stabil, reaktionsschnell, einfach zugänglich und nahezu geräuschlos am Laufen haben, gibt uns natürlich massiv Aufwind!

Finanzierungsrunde II

Apropos Aufwind – auch zur Finanzierungsrunde II gibt es gute Neuigkeiten: Es sind neue legendäre Investor:innen dazugekommen, und mittlerweile haben wir 170.000 Euro von den bis Ende 2026 angestrebten 250.000 Euro erreicht!

Unglaublich, oder? Vielen, vielen Dank an alle, die an uns glauben und uns helfen, die Legend Realität werden zu lassen!!

Falls du Legend Espresso genauso feierst wie wir und schon länger überlegst, dich zu beteiligen, ist jetzt ein guter Moment, einzusteigen. Denn sobald die nächsten drei Prototypen stehen und die Legend auch für andere noch greifbarer wird, sind wir überzeugt, dass die Runde deutlich an Dynamik gewinnen wird.

Um es einfacher zu machen, haben wir direkt auf unserer Startseite einen Abschnitt eingebaut, über den ihr uns kontaktieren und mehr Infos anfordern könnt.

Die Perspektive

Wie immer an dieser Stelle: was passiert sonst gerade, was sind die nächsten Schritte?

Reto hat die Display-Einheit der Legend V.01 weiterentwickelt!
Wie ihr vielleicht schon wisst, sitzt vorne an der Maschine – als Gegenstück zum analogen Dual-Manometer – ein kleines OLED-Display.
Und die Lösung ist ziemlich elegant: Reto hat das Display inklusive eigener Logik in einem leeren Manometer-Gehäuse unseres Herstellers untergebracht. Damit wird das Display nicht einfach irgendein kleines Elektronikteil hinter der Front, sondern eine eigenständige Einheit im gleichen Formfaktor wie das Manometer. #cleanmachine

Legend Espresso Display


Das hat gleich mehrere Vorteile: Wir müssen kein zusätzliches Gehäuse entwickeln, sparen Ressourcen und können die Aktoren an der Front – also Hebel, Schalter und weitere Bedienelemente – direkt dort anschließen, statt jedes einzelne Kabel durch die Maschine nach hinten zum Mainboard zu führen. Gleichzeitig sind Manometer und Display-Einheit äußerlich nahezu baugleich. Das sieht nicht nur extrem edel aus, sondern gibt uns auch Freiheit in der Gestaltung der Front.

Legend Espresso Display 2


Nach dem Design Review liegt Elis Fokus jetzt klar auf Fertigung. Technische Zeichnungen finalisieren, Angebote abstimmen, Teile bestellen, fertigen lassen – alles, was nötig ist, damit wir bald mit dem Aufbau der drei Legend V.01 Maschinen beginnen können.

Konkret geht es um das komplette Maschinengehäuse inklusive Statik, Seitenwände, Hebelbaugruppen für Dampf- und Bezugshebel – im Prinzip um alle noch offenen Teile, die nicht direkt den Brühkopf betreffen.

Tropfblech und Beinstatik sind ja bereits gefertigt. Jannes und Martin haben jetzt außerdem die neueste Version der Verkleidung für die Beinstatik aus massiver Eiche an unserer CNC gefertigt.
Sie wird später magnetisch am Grundgestell aus gebürstetem Edelstahl fixiert.

Legend Espresso Legs
Legend Espresso Legs Front
Legend Espresso Legs 2

Mal ehrlich – die Kombi aus massiver Eiche mit Sockelfüßen und Beinstruktur aus gebürstetem Edelstahl sieht schon ziemlich gediegen aus, oder? In der Aussparung im Holz, wie sie links im Bild zu sehen ist, sitzt später die werkzeuglos abnehmbare Seitenwand der Maschine. Gleichzeitig entsteht in der Beinstruktur ein nutzbarer Hohlraum, den wir nutzen können. 😎 #versteckteanschlüsse #invisiblepower

Thomas arbeitet parallel weiter an der Legend App. Darüber wird man später gespeicherte Profile abrufen, erweiterte Einstellungen vornehmen und tiefer in die Möglichkeiten der Maschine eintauchen können.
Aber ganz wichtig: Die App ist nicht das Zentrum der Legend. Die Maschine funktioniert kompromisslos ohne App, ohne Touchscreen und ohne digitalen Schnickschnack. Alles Entscheidende passiert an der Maschine selbst – physisch, hochwertig und haptisch. Die App ist nur ein zusätzlicher Layer für alle, die noch tiefer einsteigen wollen.

Ansonsten bauen wir gemeinsam an unserem neuen Legend-Zuhause und treffen uns dazu regelmäßig als Team in Tübingen. Dort wird es perspektivisch auch einen Showroom geben – aber ich glaube, dazu schreiben wir in den nächsten News mehr. Die Länge dieser Ausgabe ist ja eh schon wieder eskaliert.
Jedenfalls: Wenn bald die ersten Maschinen hier stehen und wir etwas aus dem Baustellen-Modus heraus sind, dürft ihr uns auch gerne mal besuchen!

Vielen, vielen Dank für euren Support – falls ihr es noch nicht getan habt, checkt unseren Instagram-Kanal aus. Und wenn ihr Feedback habt: immer gerne her damit. Wir freuen uns, von euch zu hören!

Bis bald

Eure Legend Espressionisten